DAS AVENIR JAHR: Was uns 2024 bewegt hat
Das Jahr 2024 war in vielerlei Hinsicht ein Jahr voller Höhen und Tiefen für uns. Unser Jahresrückblick:
RÄUMUNG DER KATZENSTR. 2
Der Jahresbeginn 2024 war schwer und bestimmt vom Bemühen der Bewältigung der Folgen der stattgegebenen Räumungsklage im Dezember 2023. Wir und alle mit uns in der Katzenstraße 2 ansässigen Initiativen mussten innerhalb von 3 Wochen bis zum Jahresende den Standort räumen und uns parallel darum kümmern mussten, wie es weitergeht.
Durch die abrupte Schließung unseres Innenstadt-Standorts im Vorweihnachts-geschäft, sahen wir uns gezwungen einige schwierige Entscheidungen zu treffen:
Die Räumung der Katzenstraße 2 hatte auch zur Folge, dass der Bedarf an Orten für Plenums-Sitzungen oder Veranstaltungen von Initiativen stark gestiegen ist. Wir versuchen, diesen Bedarf mit der Zurverfügungstellung unserer Räumlichkeiten außerhalb unserer Betriebszeiten etwas aufzufangen. So hat sich in 2024 insbesondere unser Café im Ilmenaugarten immer mehr zu einem Ort des gesellschaftspolitischen Engagements entwickelt.


WIEDERERÖFFNUNG IM UTOPIA
Nach diesem schwierigen Start gab es aber auch zunehmend Lichtblicke in 2024: Dank der unkomplizierten Aufnahme und Hilfsbereitschaft des UTOPIA konnten wir im Februar in der Katzenstraße an gleicher Stelle nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite unser Ladencafé wieder eröffnen. Wir waren und sind sehr dankbar über die große Solidarität insgesamt und den Zusammenhalt der Hausgemeinschaft und der Nachbarschaft in der Katzenstraße im Speziellen (unser besonderer Dank gilt dem Vorstand des ehemaligen Trägervereins der Katzenstraße 2 und dem UTOPIA-Team).
UMZUG DER RÖSTEREI
Ende November haben wir unseren Röster und unsere Produktion aus dem Ilmenaugarten in einen neuen Standort „Beim Holzberg“ ausgelagert. Dieser Schritt war notwendig, da wir aufgrund der begrenzten Produktionszeiten und Lagerfläche im Ilmenaugarten kapazitär an unsere Grenzen gestoßen sind. Des Weiteren waren Effizienz und die Verringerung unserer hohen Arbeitsbelastung wichtige Argumente bei der Entscheidung, da wir im Ilmenaugarten für jeden Produktionstag auf- und abbauen mussten, was an jedem Produktionstag nicht nur unnötige Arbeitszeit, sondern auch im buchstäblichen Sinne viel Arbeitskraft gekostet hat. Nicht zuletzt war der Umzug mit Rücksichtnahme auf Einzelpersonen der Nachbarschaft im Ilmenaugarten begründet, die sich aufgrund häufig ungünstig stehenden Windes von dem Röstgeruch gestört gefühlt haben. Wir sind glücklich, dass wir in der neuen Nachbarschaft beim Holzberg auf Dialogbereitschaft stoßen und gute Kompromisse finden können. Die höheren Fixkosten durch die zusätzliche Miete planen wir durch Untervermietungen am neuen Standort, die Vermietung unseres Rösters, neue Nutzungsmöglichkeiten durch freigewordene Zeiten im Ilmenaugarten und Effizienzgewinne in der Produktion zu amortisieren.

REISEBERICHT: Max’ Besuch bei Kooperativen in Ecuador

2024 haben wir das dritte Jahr in Folge zusammen mit Quijote unsere Partnerkooperativen in Ecuador besucht, von denen wir als Co-Import über Quijote einen großen Teil unseres Arabica Washed Rohkaffees beziehen. Der Besuch war geprägt von einem verheerenden Waldbrand, der die Kooperative PROCAFEQ traf. Gemeinsam mit unseren Reisepartner*innen von Quijote und Prem Frischkaffee initiierten wir eine Spendenkampagne, um die betroffenen Kaffeefarmer*innen beim Wiederaufbau zu unterstützen. Die große Hilfsbereitschaft – von Freiwilligen vor Ort bis zu Unterstützer*innen in Lüneburg – hat gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen sich solidarisch verbinden.
Hier findet ihr den gesamten Bericht zu unserem Besuch:
https://avenir-kaffee.de/wp-content/uploads/2025/06/Reisebericht-Ecuador-2024-1.pdf
Ausblick 2025
Für 2025 haben wir unseren ersten eigenen Rohkaffee-Import von Fapecafé aus Ecuador geplant, sowie den Besuch einer weiteren Kooperative von der wir unseren gesamten Honey-Rohkaffee beziehen (auch als Co-Import über Quijote), nämlich COMSA in Honduras.

AUF DEM WEG ZUR KREISLAUFWIRTSCHAFT
Unser Purpose ist es, eine Wirtschaftsweise zu leben, die zum Wohlergehen aller führt. Damit meinen wir nicht nur alle Menschen, die an unserer Wertschöpfungskette beteiligt sind, sondern auch unsere Natur, die uns die Ressourcen gibt, die wir brauchen, um überhaupt wirtschaften zu können. Ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen ist deswegen für uns ein wichtiges Handlungsfeld, in dem wir versuchen, uns stetig zu verbessern.
Hier ein kleiner Überblick, wo wir aktuell stehen in Bezug auf unterschiedliche “R-Strategien”, die ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft sind und eine nachhaltigere Nutzung unserer Ressourcen unterstützen.
REFUSE
(VERWEIGERN)
Wir verarbeiten und verkaufen (bis auf einzelne Ausnahmen wie z.B. Aperol) ausschließlich Bio-Produkte. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, dass in der Produktion unserer Rohstoffe keine schädlichen Pestizide verwendet werden. Das trifft natürlich auch auf unseren Rohkaffee zu, der in biodiverser Agroforstwirtschaft angebaut wird.
Wir verzichten bereits seit 2020 komplett auf Einwegbecher für Kaffee “to go”. Damit haben wir im Jahr 2024 ca. 74 kg Müll gespart.


REPLACE
(ERSETZEN)
Seit 2019 zahlt man bei uns keinen Aufpreis auf Hafermilch, auch wenn sie im Einkauf deutlich teurer ist. Wir wollen damit Hafermilch als Alternative attraktiver machen, da der CO2- Fußabdruck von Hafermilch deutlich geringer ist als der von Kuhmilch. Im Jahr 2024 wurden 56% aller Kaffeegetränke mit Hafermilch bestellt.
REDUCE
(REDUZIEREN)
Strecken innerhalb von Lüneburg legen wir mit unserem Lastenrad zurück – sei es zum
Transfer zwischen unseren Standorten oder zum Ausliefern von Onlineshop- Bestellungen. Dabei kommen jährlich durchschnittlich 4000 km zusammen, die umgerechnet ca. 560-720kg CO2 einsparen.
Unser Weinsortiment besteht mittlerweile zu 70% aus PiWi-Weinen. PiWis sind neu gezüchtete Rebsorten, die eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten aufweisen und daher wenig bis gar nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden müssen. Das ist nicht nur besser für uns Konsument*innen, sondern vor allem für den Erhalt gesunder Weinberge und -böden.
KOOPERATIONEN UND NETZWERK-ARBEIT
Kooperation statt Konkurrenz ist eines unserer zentralen Prinzipien bei unserem Vorhaben, Strukturen im Kaffeehandel fairer zu gestalten. Deswegen engagieren wir uns seit 2022 aktiv im Hamburger Netzwerk solidarischer Röstereien und Kollektive, darunter Quijote, La Gota Negra, Aroma Zapatista und Café Libertad.
In regelmäßigen Treffen tauschen wir Wissen aus, entwickeln gemeinsame Projekte und unterstützen uns gegenseitig.
So entstand beispielsweise der „Soli-Kaffee“, dessen Erlöse 2023 Projekte des mexikanischen Congreso Nacional Indígena und der zapatistischen Bewegung unterstützten.
Auch über Hamburg hinaus setzen wir auf Zusammenarbeit mit anderen Röstereien und sind seit 2023 auf dem Online-Marktplatzes “Überlegen” vertreten. Überlegen steht für hochwertige und authentische Kaffees von Röstereien, die außergewöhnliches Engagement im Kaffeehandel zeigen.
Alle hier angebotenen Kaffees müssen klare Kriterien in Bezug auf Handelsbeziehungen, Transparenz und Umweltschutz erfüllen.
Überlegen ist aber mehr als eine Kaffee-Plattform – es ist ein Netzwerk gleichgesinnter Röstereien, die sich gegenseitig unterstützen, mit Rohkaffee aushelfen und Erfahrungen austauschen.
Seit 2022 sind wir zudem Teil von The Pledge, einer internationalen Initiative für mehr Transparenz im Kaffeehandel. Damit verpflichten wir uns, unsere Handelsbeziehungen offen und vergleichbar darzustellen – von den Erzeugerorganisationen bis zur Qualität und Herkunft jedes Kaffees.
IMPORTMENGEN PRO KOOPERATIVE IN 2024

Rohkaffee-Einsatz und geröstete Mengen 2024
Unser Röstkaffee in €
im Jahr 2024 haben wir
1 €
Umsatz mit dem Verkauf von Kaffee eingenommen. Das sind
1 %
unseres Gesamtumsatzes. Pro verkauftem Kilogramm Kaffee haben wir
1 €
Erlöse erwirtschaftet.
* Die Zahl bezieht sich auf den Erlös von einem kg unserer Espresso Bassröstung.
Mehr Infos

10 €
kostete 1kg Bassröstung in 2024. Dieser Preis setzt sich folgendermaßen zusammen:

* Unsere Erlöse aus dem Kaffee-Verkauf setzen wir aktuell ein, um den Aufbau der Rösterei zu finanzieren, Kosten aus der Gastro zu decken und Rohkaffee bei den Kooperativen vorzufinanzieren.
** Sonstige Kosten (anteilig):
Software und Telekommunikation, Gewerbekosten, Amt, Beratungskosten, Bankgebühren, Versicherung, Wartung und Instandhaltung, Abschreibungen, Betriebsstoffe
Lünebohne & Lünepresso 2024
Der Rohkaffee für die Lünebohne wird von der Kooperative Kopakama angebaut.
Beim Lünepresso wird zusätzlich Rohkaffee der Kooperative KCU verwendet.
Beide Rohkaffees sind bio- und fairtradezertifiziert.
Im Jahr 2024 haben wir
1 kg
geröstete Bohnen eingekauft und dabei
0,01 €
Ø PRO KOPERATIVE GEZAHLT. INSGESAMT HABEN WIR
1 kg
weiterverkauft und damit
0,01 €
Erlös pro kg erzielt.
1%
des Rohkaffees sind transparent gehandelt.
* Unsere Erlöse aus dem Kaffee-Verkauf setzen wir aktuell ein, um den Aufbau der Rösterei zu finanzieren, Kosten aus der Gastro zu decken und Rohkaffee bei den Kooperativen vorzufinanzieren.
Röstereibericht
zum Download im PDF Format

